Ein nachhaltiges Becherpfandsystem für Veranstaltungen

Wie können Weihnachtsmärkte und andere kommunale Feste nachhaltiger gestaltet werden?

Nachhaltigkeit für kommunale Feste und Veranstaltungen

Eine Gemeinde sucht für den jährlichen, kleinen, nicht-kommerziellen Weihnachtsmarkt und für andere Veranstaltungen im Jahresverlauf eine Alternative zu den Einwegbechern. Das Problem ist u. a. die fehlende Möglichkeit für ein Spülen der Becher im Laufe des Festes. Einwegbecher hingegen verbrauchen viele Ressourcen und produzieren Berge von Müll. 

Für den Weihnachtsmarkt werden pro Tag ca. 500 bis 1000 Becher benötigt – die Anzahl hängt natürlich davon ab, wie schnell die benutzen Becher wieder einsatzfähig sind.

Die Spülbar - eine mobile Spülstation

Die mobile Spülstation auf einem Lastenrad, benötigt wenig Platz und spült schnell und sicher die Becher. Die Spülbar wird bereits auf Kieler Wochenmärkten genutzt. Sie wurde 20219 bereits auf dem Hamburger Weihnachtsmarkt in der Osterstraße erfolgreich genutzt, die Spülbar kann theoretisch in ganz Schleswig-Holstein eingesetzt werden. Es handelt sich um ein junges Team, das Projekt ist durch Yoweedoo-Ideen-Wettbewerb entstanden und wurde mit dem Nachhaltigkeitspreis der Stadt Kiel ausgezeichnet. Es müssten Tassen und Becher über einen Verleih ausgeliehen werden oder aus einer lokalen Quelle beschafft werden, die Becher sind nicht im Service mit einbegriffen. Vielleicht gibt es einen Verein oder eine Organisation vor Ort, die die Becher für das Event zur Verfügung stellen könnten. Diese Variante benötigt einen Strom- und Wasseranschluss. Es kann auch ein herkömmlicher Spülwagen bei einem Unternehmen gemietet werden. Auch hier werden Strom- und Wasseranschluss benötigt.

,,Ihr Becherlein komme" – BesucherInnen bringen eigene Becher mit

Eine weitere Möglichkeit wäre, dass BesucherInnen Ihre eigenen Becher mitbringen, dort nutzen und diese anschließend mit nach Hause nehmen und dort spülen würden. Diese Aktion müsste vorher mit einer entsprechenden Kampagne beworben und kommuniziert werden. Eine Spülstation zum Zwischenspülen vor Ort sollte vorgehalten werden, falls unterschiedliche Getränke konsumiert werden. Hier ist noch zu klären, welche Vorkehrungen getroffen werden müssten, um die Hygienevorschriften einzuhalten und einen reibungslosen Ablauf beim Ausschank zu beachten. Außerdem müssten zusätzliche Becher vorgehalten werden, für Menschen, die den eigenen Becher vergessen haben, den Weihnachtsmarkt spontan besuchen oder keinen eigenen Becher nutzen möchten/können. Man könnte auch einen kleinen Wettbewerb für den schönsten mitgebrachten Becher veranstalten und wer den eigenen Becher nicht mit nach Hause nehmen möchte, kann diesen spenden. Diese Becher können dann für das folgende Jahr genutzt werden.

Ein eigenes Pfandsystem für die Veranstaltung 

Es wird ein entsprechendes Kontingent an nachhaltigen Mehrwegbechern angeschafft, welches vor Ort verkauft wird. Diese können mit nach Hause genommen werden oder am Ende der Veranstaltung zurückgegeben werden. Die Becher werden dann von dem Besitzer/der Besitzerin den ganzen Besuch lang genutzt. So fällt pro BesucherIn nur ein Becher an, diese können in den nächsten Jahren (und auch bei anderen Veranstaltungen) wieder genutzt werden. Die Becher müssen nur einmal im Nachgang zu der Veranstaltung gespült werden. Je nach Bechern und System müsste ein entsprechendes Preissystem eingeführt werden. Die Becher könnten zum Selbstkostenpreis verkauft werden und gegen eine Art Nutzungsgebühr oder Pfand wieder zurückgenommen werden. Die Becher können natürlich auch von den BesucherInnen behalten werden. Falls die Anzahl der angeschafften Becher nicht reicht, könnten für den Notfall nachhaltige Einwegbecher vorgehalten werden. Es können normale Becher aus der Gastronomie oder nachhaltig produzierte Alternativen verwendet werden. Es ist natürlich auch eine Kombination aus „Den eigenen Becher mitbringen“ und „Mehrwegbecher vor Ort“ in Verbindung mit der Spülbar möglich. Es könnte der eigene Becher bevorzugt mitgebracht werden, wer den eigenen vergisst, kann einen Mehrwegbecher vor Ort erwerben. Die Becher könnten mit dem Wappen der Kommune bedruckt werden und für alle Veranstaltungen, sowie das Stadtmarketing genutzt werden.

Möglichst nachhaltige Einwegbecher

Wenn es überhaupt nicht möglich sein sollte zu spülen, könnte eine möglichst umweltfreundliche Einwegalternative genutzt werden. Es gibt hierzu viele unterschiedliche Studien und Meinungen, aber die Übersicht von Plastikalternative scheint sehr ausgewogen zu sein. In jedem Fall sind Einwegbecher eine Notfalllösung, da sie immer mit hohem Ressourceneinsatz produziert werden und viel Müll zurückbleibt.

Gute Beispiele: 

https://www.wp.de/staedte/hagen/hagener-weihnachtsmarkt-wird-plastikfrei-id226495799.html

https://www.deutschlandfunk.de/pfandsystem-fuer-geschirr-mehrweg-to-go.697.de.html?dram:article_id=395424

https://greenfilmshooting.net/blog/de/2020/02/22/bring-deinen-eigenen-becher-mit/