Faire Sportbälle für Schleswig-Holstein

Mitmachen und ein Zeichen setzen – gegen Menschenrechtsverletzungen und für eine faire Welt.

Warum fair produzierte Sportbälle?

Weniger als 1 % aller weltweit produzierten Fußbälle sind fair gehandelt. Das heißt, jeden Tag kommt es zu Arbeits- und Menschenrechtsverletzungen in der Sportballindustrie! Ob im Fußball, Handball, Volleyball, oder anderen Ballsportarten, viele Sportbälle sind noch immer Handarbeit und werden in Fabriken gefertigt, in denen menschenunwürdige Arbeitsbedingungen herrschen. Die Herstellung findet überwiegend in sog. Niedriglohnländern statt und entsprechen selten den Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeiterorganisation (ILO). Dies bedeutet, dass wichtige Sozialstandards für Arbeiter*innen nicht eingehalten werden. Nach Transfair Deutschland e. V. ist die größte Herausforderung in der Ballproduktion, dass Näher*innen üblicherweise nicht nach Stunden, sondern Stückzahl bezahlt werden, sodass Überstunden anfallen und die Gehälter selten zum Leben ausreichen.

Wer bietet faire Sportbälle an?

Einige Ballhersteller haben sich dieser Herausforderung bereits angenommen und lassen Sportbälle herstellen die z. B. mit dem Fairtrade-Siegel ausgezeichnet sind. Mithilfe des Fairen Handels werden die Lebens- und Arbeitsbedingungen der benachteiligten Arbeiter*innen verbessert. Der Umsatz von fair gehandelten Sportbällen ist jedoch noch unbedeutend gering und somit profitieren derzeit nur wenige Arbeiter*innen davon, unter menschenwürdigen Bedingungen in der Ballindustrie zu arbeiten.

Beispiele für nachhaltiger Beschaffung von Sportbällen in Kommunen:

Das BEI setzt seit 2006 bei allen durchgeführten Sportprojekten auf den Fairen Handel und brachte so 500 Bälle (Fuß- und Handbälle) nach Schleswig-Holstein. Und wie sieht es in den Kommunen aus? München legt vor: 2014 hat die Fairtrade-Stadt München 320 Münchner Schulen einmalig einen Satz fair gehandelter Bälle mit eigenem „Münchner Design“ für den Sportunterricht zur Verfügung gestellt. Seit Januar 2014 regelt ein verbindlicher Rahmenvertrag des Referates für Bildung und Sport den Einkauf neuer Bälle. Seitdem kaufen Münchner Schulen genähten Fuß- und Handbälle nur noch fair gehandelt ein.

Leipzig zieht nach: Das Netzwerk Leipzig will faire Bälle in der ganzen Stadt: in den Schulen, in den Vereinen und im Handel. Aus diesem Grund ziehen alle Netzwerkpartner an einem Strang. Der Stadtratsbeschluss zu fairen Bällen von 2016 bildet dafür eine sehr gute Basis. Im ersten Schritt beschafft die Stadtverwaltung einen gesamten Jahresbedarf an Bällen für die Leipziger Schulen, also fast 2000 faire Bälle für 91 Schulen.
Berlin startet durch: „Es ist uns als Sportmetropole Berlin wichtig, dass die Bälle mit denen unsere Berliner Schulen Sport treiben, unter menschenwürdigen Bedingungen hergestellt werden.“ (A. Dzembritzki, Staatssekretär für Sport in Berlin). Das ist die Grundlage dafür, dass Berlin seit März 2019 ausschließlich fair gehandelte Fußbälle für seine Schulen anbietet – 1500 Stück in den ersten 6 Monaten.
Kiel steigt auf: Die Fairtrade-Stadt Kiel möchte 2019 ein deutliches Zeichen für mehr Fairness im Sportbereich setzen und bittet die Kieler Schulen im Rahmen ihrer Budgetierung ab dem Haushaltsjahr 2020, nur noch fair gehandelte Sportbälle Sportgeräte für den Sportunterricht zu beschaffen.

Das Bündnis Eine Welt Schleswig-Holstein e. V. (BEI e. V.)

Als entwicklungspolitisches Landesnetzwerk ist es das des BEI e. V. Ziel, die schleswig-holsteinischen Akteure aus dem Schul-, Breiten- und Profisport für die Notwendigkeit von fairen Arbeitsbedingungen in der Sportballindustrie zu sensibilisieren und sie bei der Umstellung auf fair produzierte Bälle zu unterstützen. Neben der Durchführung von Workshops für Schulklassen und Vereine zum Thema Sportbälle und Menschenrechte berät BEI e. V. auch bei Beschaffungsfragen zu fair produzierten Bällen.

Kontakt BEI e. V.: https://www.bei-sh.org/projekt-faire-sportbaelle-in-schleswig-holstein 

Weitere Informationen zu dem Projekt und Workshop: Hier

AnsprechpartnerIn

Lisa , Jacob

Projektleitung

0431-679399-00