Nachhaltige Hundekotbeutel

Auf der Straße, im Park und im Gebüsch, sogar im Meer sind Sie zu finden – Hundekotbeutel!

Auf der Straße, im Park und im Gebüsch, sogar im Meer sind Sie zu finden – Hundekotbeutel, mit oder ohne Inhalt. Eigentlich gehören die Beutel in den Restmüll, landen sie daneben belasten sowohl der Hundekot als auch die Plastikbeutel die Umwelt. Dieses Problem betrifft jede Kommune in Schleswig-Holstein, die Frage ist: Was kann man dagegen tun und gibt es nachhaltigere Alternativen?

Die Hundekotbeutel sind Einwegprodukte von denen in Deutschland jährlich bis zu 500 Millionen Stück verbraucht werden und somit riesige Mengen Plastikmüll produzieren. Die Standardprodukte werden aus Polyethylen und damit aus fossilen Rohstoffen hergestellt. Oftmals werden sie wenig nachhaltig im Ausland produziert und anschließend nach Deutschland transportiert, was wiederum mit erheblichen Treibhausgas-Emissionen verbunden ist.

Bessere Beutel für die Umwelt

Die gute Nachricht ist, dass eine Verbesserung der Situation möglich und leicht umzusetzen ist. Für viele Kommunen kommen aufgrund der vorhandenen Infrastruktur oft nur Beutelvarianten infrage, da sich diese mit den aufgestellten Spendern gut verteilen lassen. Statt der Standardprodukte können aber kompostierbare nachhaltige Beutel aus nachwachsenden Rohstoffen verwendet werden. Diese hinterlassen zumindest keine Mikroplastik-Rückstände, wenn sie in der Umwelt landen. Zusätzlich können Ressourcen geschont werden, indem dünnere und nicht übermäßig große, aber genauso funktionale Beutel eingesetzt werden.

Achten Sie darauf, dass die Beutel zu mindestens 30 % aus nachwachsenden Rohstoffen bestehen, besonders nachhaltig sind dabei aus Abfällen und Lebensmittel-Resten gewonnene Materialien. Die Beutel sollten außerdem ohne Gentechnik und Weichmacher hergestellt werden. Die Hersteller sollten zudem ein Umweltmanagementsystem und die Einhaltung von Arbeits- und Sozialstandards nachweisen können. Die Kompostierbarkeit der Beutel unter lokalen Bedingungen wird durch das OK Compost Home-Zertifikat bewiesen. Abgesehen werden sollte von der Verwendung von Oxo-Plastik, da dieses umweltschädlich ist und ab 2021 in der EU verboten wird. Alternativen sind Beutel aus recyceltem Plastik (verursachen weiterhin Mikroplastik in der Umwelt) oder Schachtelvarianten aus recycelter Pappe. Letztere benötigen aber neue Verteilungsstationen, was wiederum mit höheren Kosten verbunden ist.  

Auf die Farbe kommt es an

Tests haben ergeben, dass Hundekotbeutel in knalligen Farben seltener in der Umwelt landen. Die Hemmschwelle diese Beutel absichtlich in die Umwelt zu werfen ist deutlich höher, weil das Vergehen sichtbarer wird. Zudem lassen sich versehentlich fallen gelassene Beutel leichter wiederfinden.  Also beschaffen sie lieber knallrote oder gelbe Beutel als die üblichen, gedeckten Farben und setzen Sie ein Signal in Ihrer Kommune.

Mehr Mülleimer für alle

Ein Problem für NutzerInnen ergibt sich oft in der Entsorgung der benutzen Hundekotbeutel. Die Anschaffung, Aufstellung und regelmäßige Entleerung zusätzlicher Entsorgungsbehälter könnte bereits eine bessere Entsorgung gewährleisten. Je mehr öffentliche Mülleimer es für die Hundekotbeutel gibt, umso einfacher wird die Entsorgung. Dies gilt natürlich für alle Arten von Müll. Strategisch platzierte Mülleimer setzen ein Zeichen.

Gutes tun und darüber reden

Die Umstellung auf die nachhaltigen Beutel kann über die lokale Presse, die Kanäle der Kommune und an den Spendern kommuniziert werden. Wichtig ist deutlich zu machen, dass auch die nachhaltigen Hundekotbeutel in den Restmüll gehören. Bisherige Erfahrungen haben gezeigt, dass eine Umstellung auf biologisch abbaubare Beutel zu keiner verstärkten Entsorgung in der Umwelt führt. Viele HundebesitzerInnen erfreuen sich beim Gassi gehen an einer sauberen Umwelt, es liegt also in Ihrem Interesse diese zu erhalten. Die Thematik sollte außerdem medial begleitet werden, um die Menschen auf das Problem für die Umwelt aufmerksam zu machen. Plakate, Zeitungsartikel, Informationsstände, die Verteilung von Tüten-Proben, Testberichte und Hinweise vor Ort erhöhen die Sensibilität und können mit dem Rahmenthemen Zero Waste, Meeresmüll und Mikroplastik verknüpft werden.

Weitere Informationen

Hunde beim Gassigehen in der Natur.
Öffentlicher Mülleimer, gefüllt mit benutzten Hundekotbeuteln.

AnsprechpartnerIn

Grüner Schiet, Kiel

Projekt: Hundekot/Zero Waste