Oh Tannenbaum, Oh Tannenbaum...

...wie grün sind unsere Weihnachtsbäume wirklich?

Jedes Jahr werden deutschlandweit ca. 30 Millionen Weihnachtsbäume gekauft. Am beliebtesten ist dabei mit 75% die Nordmanntanne. Obwohl die Bäume 8 bis 10 Jahre wachsen müssen bevor sie ins Weihnachtsgeschäft gehen, stehen sie nur kurze Zeit Zuhause oder im öffentlichen Raum. Das ist wenig nachhaltig und auch der hohe Wasserverbrauch in den Pflanzungen schaden der Umwelt. Hinzu kommen die langen Transportwege und Plastikverpackungen.

Auch die Pestizidbelastung vieler Bäume ist nicht zu unterschätzen und sowohl für die Natur, als auch die Nutzung in geschlossenen Räumen bedenklich.

Am sinnvollsten wäre es natürlich auf die Bäume zu verzichten, aber für die Kommunen gehören Weihnachtsbäume auf Märkten, Straßen und Plätzen einfach dazu. Zum Glück gibt es viele nachhaltige Alternativen.

 

Weihnachten mit gutem Gewissen

Viele unserer Weihnachtsbäume, ca. 80 % nämlich, stammen ursprünglich aus Georgien. Dort werden die Samen unter gefährlichen Bedingungen aus 30 Metern Höhe geerntet. Sicherheit, Arbeitsschutz, und Bezahlung kommen oft zu kurz und es kommt immer wieder zu tödlichen Unfällen. Dagegen engagiert sich die Initiative Fair Trees aus Dänemark. Sie setzt sich für einen angemessenen Lohn und sichere Kletterausrüstung- und Ausbildung nach EU-Standards ein. Außerdem garantieren sie auch die nachhaltige Aufzucht der Bäume und fördern ökologische und soziale Organisationen in Georgien.

 

Zu Weihnachten nur das Beste - ökologisch, sozial, regional

Bio-Weihnachtsbäume wachsen in Mischkulturen ohne Kunstdünger und chemisch-synthetische Pestizide. Düngung und Unkrautpflege wird hier z.B. von Schafen erledigt. Zertifiziert werden diese Bäume von den entsprechenden Anbauverbänden.

Achten Sie beim Kauf auf das EU-Biosiegel, das Bioland-Siegel, das Biokreissiegel, Demeter oder Naturland. Bei den Naturland-Bäumen wird auch auf eine soziale und ökologische Waldnutzung, Kahlschlag und Entwässerungsmaßnahmen geachtet, hier arbeiten Robin Wood, der BUND und Greenpeace mit. Auch das FSC-Siegel steht für eine nachhaltige Waldnutzung ohne Pestizide, diese Bäume werden mit dem Label „aus FSC-zertifiziertem Forstbetrieb“ ausgezeichnet.

Unterstützen Sie die heimische Forstwirtschaft, indem Sie regionale Bäume kaufen. Die beliebte Nordmanntanne kommt vorwiegend aus dem Ausland und hat durch den Transport einen größeren ökologischen Fußabdruck. Regionale Alternativen sind Fichten, Tannen und Kiefern. Vielleicht müssen Bäume aufgrund Ihrer Lage (Baugrundstück, Stromtrassen etc.) sowieso gefällt werden? Oder können schon vorhandene Stadtbäume weihnachtlich dekortiert werden?

Auf jeden Topf passt ein Baum

Lebendige Bäume haben den Vorteil, dass Sie weiterwachsen und CO2 binden. Kaufen Sie doch einen Weihnachtsbaum im Topf und pflanzen Sie diesen im Anschluss ein. Sie können mittlerweile sogar in vielen lokalen Gärtnereien, Förstereien und Baumschulen Weihnachtsbäume mieten. Die Bäume kommen im Topf und werden anschließend abgeholt und eingepflanzt. Besonders eignen sich, aufgrund der flachen Wurzeln, heimische Fichten.

 

atürlich sollten Sie auch hier darauf achten, dass es sich um ökologische, pestizidfreie Bäume mit kurzem Transportweg handelt. Die Topfzeit und vor allem Zimmertemperaturen bedeuten für die Bäume allerdings eine Belastung. Die eingetopften Weihnachtsbäume benötigen also deutlich mehr Pflege als die gefällten Exemplare.

Weihnachtsbaum ohne Baum

Werden Sie kreativ und denken Sie den Weihnachtsbaum einmal komplett neu. Man kann nämlich Bäume aus allen möglichen Materialien herstellen, so gibt es welche aus alten Holzschlitten, Bojen, Holz- oder Metall. Man kann auch mit geschmückten Gestellen, Tannengrün und Ästen arbeiten. Plastikbäume sind keine gute Alternative, da Sie viele Ressourcen verbrauchen und sich erst nach 20 Jahren Nutzung rentieren.

 

Früher war mehr Lametta – Schmuck und Beleuchtung

Was für den Baum an sich gilt, ist natürlich auch bei der Dekoration von Bedeutung. Ganz ohne Beleuchtung wird die Weihnachtszeit doch eher düster, aber Sie sollten auf Energieeffizienz, Versorgung und Leuchtmittel achten. LEDs haben einen bis zu 90 % geringeren Energieverbrauch und sind langlebiger als herkömmliche Lichter(-ketten). Die Lichter sollten über die Steckdose (mit Ökostrom!) statt mit umweltschädlichen Batterien versorgt werden. Setzen Sie nicht zu viele Lichter ein und vermeiden Sie einen dauerhaften Betrieb. So sparen Sie Energie, reduzieren die Lichtverschmutzung und schaffen eine besinnliche Atmosphäre.

Kerzen sollten paraffinfrei sein und aus Naturprodukten bestehen um schädliche Stoffe zu vermeiden. Selbstgemachter Schmuck ist am schönsten, ökologisch eher unbedenklich und kommt ohne Verpackung aus. Fragen Sie bei Bildungs- und anderen Einrichtungen vor Ort nach einer gemeinsamen Schmück-Aktion.

 

Dabei sollte Baumschmuck aus Naturmaterialien bevorzugt werden. Vermeiden Sie Plastikschmuck und Lametta, gerade im öffentlichen Raum, um Umweltverschmutzungen zu vermeiden. Außerdem gilt, dass alles so oft wie möglich wiederverwendet werden sollte. Das funktioniert sogar mit dem Baum aus dem Vorjahr, außerdem kommt der Schmuck ohne die ganzen Nadeln erst so richtig zur Geltung!

Kein Knut – die richtige Entsorgung

Auch bei der Entsorgung spielt Nachhaltigkeit eine wichtige Rolle. Bio- Bäume können z. B. getrocknet als Feuerholz, als Frostschutz oder Tierfutter weiterverwendet werden. Zu entsorgende Bäume sollten auf jeden Fall vollständig abgeschmückt sein und an offiziellen Sammelstellen abgelegt werden, denn die Entsorgung im Wald oder an anderer Stelle ist eine Ordnungswidrigkeit. Eingetopfte Bäume können einfach wieder eingepflanzt werden.

Sie nutzen in Ihrer Kommune bereits nachhaltige Bäume oder haben andere tolle Ideen und Projekte rund um ein ökologisches oder soziales Weihnachten? Dann melden Sie sich gerne beim KNBV! 

Weitere Informationen:

Eine Übersicht über die verschiedenen Alternativen und einem insgesamt nachhaltigeren Weihnachtsfest gibt es auf:

Umweltfreundliche Weihnachtsbäume | Umweltbundesamt

https://utopia.de/ratgeber/weihnachtsbaum-alternativen-bio-oeko-regional/

https://www.careelite.de/nachhaltiger-weihnachtsbaum-alternative/

https://future-green.de/der-weihnachtsbaum-und-die-nachhaltigkeit/

Regionale Projekte

Sie können auch Bäume kaufen und dabei gleich etwas Gutes tun und den Naturschutz fördern. Ein Beispiel für eine solche Organisation ist die "Aktion Weihnachtswald".

https://aktion-weihnachtswald.de/